UNsere Projekte 2021

Unsere Gruppe ist unsere Leidenschaft und ein positiver Antrieb für jeden Tag. Sie bringt uns dazu, an jeder neuen Herausforderung zu wachsen und so neue Ziele zu erreichen.

Folgendes Projekt läuft gerade:

#  Russisch-deutsches Online-Nachwuchsforum für Studierende und Doktorand:innen: Akustisches Gedächtnis. Klang, Musik und Wissen im Kontext der Avantgarde in Russland und Deutschland im 20. Jahrhundert, zusammen mit der Forschungsuniversität Tomsk, im Rahmen des Deutschlandsjahres in Russland, 4–5. November 2021.



Wir informieren euch bald über unsere nächsten Termine.

Wir freuen uns auch auf eure Ideen! Mit herzlichen Grüßen
FG Musik und Intermedialität

im rahmen des deutschlandsjahres in russland

 

Russisch-deutsches online-Nachwuchsforum für Studierende und Doktorand:innen  

Akustisches Gedächtnis. Klang, Musik und Wissen im Kontext der Avantgarde in Russland und Deutschland im langen 20. Jahrhundert

4.–5. November 2021
via ZOOM


Bei dem Nachwuchsforum verfolgen wir das Ziel, einen interkulturellen Raum des wissenschaftlichen und künstlerischen Austauschs für die Student:innen und Nachwuchsforscher:innen zu schaffen 

 

 

In zeitgenössischen musik- und kulturwissenschaftlichen Diskursen spielt die Erforschung von Klanglichkeit im Hinblick auf historische sowie diskurskritische Aspekte eine tragende Rolle. Mit diesen Diskursen sind Themen wie die Verbindung von Gender und Klang, die Dichotomie zwischen Akustischem und Visuellem oder die Intermedialität und  Intersektionalität des Klangs verbunden.  In der systematischen Musikwissenschaft, einschließlich der Gebiete Musikpsychologie und -therapie, sowie in den Sound Studies werden diese als Erbe der Avantgarde des 20. Jahrhunderts betrachtet. 

Anfang des 20. Jahrhunderts entwickeln sich die Erzeugung von Klang, seine künstlerischen Eigenschaften und Möglichkeiten sowie die Klangwahrnehmung zu „Laboratorien“ für Komponist:innen, Musiker:innen, Künstler:innen, Regisseur:innen in Kino, Theater und Radio, aber auch für Wissenschaftler:innen. Der Klang nimmt sowohl in Russland als auch in Deutschland eine aktive Position in soziokulturellen Prozessen ein. Zu dieser Zeit bilden sich durch die Kombination verschiedener Kunstgattungen neue Erkenntnisformen und es steigt das Interesse am psychophysiologischen Aspekt dieser Synthese. Zeitgleich mit der Erfindung neuer Medien zur Speicherung und Wiedergabe von Schall und dem Aufkommen des Radios, kehrt der Mensch zu einem besonderen Erkenntnisorgan zurück, seinem Gehör. 

                    Seit den 1900er Jahren erneute sich in Deutschland und Russland auch die akustische Sprache von Theater, Kino und Radio. In Russland diskutiert der Theaterregisseur Vsevolod Meyerhold die Prinzipien der Einführung von Klang in die Theateraufführung. Zur gleichen Zeit gestaltet Ernst Toller Rundfunksendungen und arbeitet mit Erwin Piscator an der Umsetzung des proletarischen Theaters in Berlin. Dzhiga Vertov (Denis Kaufman) organisiert ein „Hörlabor“ und realisiert zusammen mit Mikhail Kaufman die Ton- und Bildmontagen in seinen Filmen. In Berlin experimentiert Walter Ruttmann mit rhythmischen Kameraschnitten in Dokumentarfilmen. 

                Im Radio erklingen Hörspiele und Radiotheater, in denen das gesprochene Wort sowie die klangliche und musikalische Gestaltung eine gleichwertige Rolle spielen.  Interessant ist, dass das Radio sowohl in Deutschland als auch in Russland als „Medium der Zukunft“ wahrgenommen wird. Kurt Weil schreibt über absolute Radiokunst, Kurt Westphal reflektiert über die Befreiung der musikalischen Wahrnehmung vom visuellen Bild. Laut Arsenij Avraamov sollte gerade die „Radiomusik“ oder die „elektrifizierte Musik zur Hauptaufgabe des musikalischen Schaffens werden. Viele Komponisten sind daran interessiert, psychophysiologische Prozesse in der Wahrnehmung von Musik zu kombinieren, sie verfassen hierzu eigene Theorien zur Ästhetik und experimentieren in ihren Kompositionen. Parallel zu den „Laboren“ für Klang und Hören, wie zum Beispiel den Experimenten zur grafischen Darstellung des Klanges von Evgenij Šolpo, entstehen wissenschaftliche Debatten zur Ästhetik, in denen man sich auf Erkenntnisse aus den Gebieten der Akustik und Elektronik beruft. Elektrische „Maschinen“-Instrumente wie das Theremin oder das Rhythmikon werden als Befreier der Kreativität wahrgenommen. Viele Komponist:innen und Künstler:innen entwickeln Theorien neuer Klangsysteme, wie zum Beispiel Nikolaj Roslavcev, Mikhail Matûšin, Nikolaj Obuhov, Ivan Vyšnegradskij in Russland, Ferruccio Busoni in Deutschland. Die Vorstellungen zur „Funktionalität“ von Musik äußern sich einerseits in Experimenten mit Geräuschmusik, zum Teil ohne Dirigenten, andererseits im Phänomen der funktionalen Musik, die mit ihren künstlerischen Eigenschaften den Biorhythmus der Arbeiter unterstützen soll. 

 

Ins Zentrum unserer Diskussion wollen wir daher Fragen zum ästhetischen Bruch, der den Impuls für die neuen Wege des künstlerischen Erkenntnisgewinns gegeben hat, rücken. Zudem soll über die Bedeutung der Avantgarde als kulturelles Erbe für die zeitgenössische Hörkultur diskutiert werden. 

Im Rahmen unseres Dialogs wollen wir nicht nur Erfahrungen in der Erforschung des historischen Phänomens austauschen und die parallel dazu entandenen Kontexte in Deutschland und Russland zu Beginn des 20. Jahrhunderts identifizieren, sondern ebenso aktuelle Probleme in folgenden Bereichen diskutieren: 

 

#Persönlichkeit 

Beispiele für den Einfluss des Schaffens deutscher Komponist:innen, Wissenschaftler:innen und Künstler:innen in Russland und russischer Persönlichkeiten in Deutschland in der Zeit von 1910 - 1930. Von besonderem Interesse sind die Namen von Frauen, die in dieser Zeit gewirkt haben, sowie Namen, die nicht im traditionellen historischen Kanon enthalten sind; 

#Klanglabor 

Berücksichtigung verschiedener Klangtheorien, theoretische Überlegungen zur Kombination von Biomechanik, Psychophysiologie und Akustik sowie Synergetik;

#Klang- und Musikraum 
Analyse der Entstehung von öffentlichen Organisationen, Institutionen, Zeitungen, Radio sowie Theater-, Konzert- und Kinoräumen, die neue Formen der Erforschung des Klanglichen und Musikalischen in Kontext der Avantgarde geprägt haben; 

 

#Musikalische und klangliche Praktiken  

Überlegungen zu experimentellen musikalischen, musikalisch-künstlerischen und musik-theatralischen Praktiken von Avantgarde sowie Praktiken der Archivierung und Bewahrung der akustischen Vergangenheit in der Gegenwart. 

 

Zur Teilnahme an der Veranstaltung sind Studierende und Promovierende künstlerischer oder musiktheoretischer Fakultäten von berufsbildenden mittleren Schulen und Hochschulensowie Studierende der Fachrichtungen Kulturwissenscahften, Philologie, Theaterwissenschaft, Radiojournalismus und Instrumentenkunde, die sich für die interdisziplinäre Forschung im Bereich der Akustik, Sound Studies, Musiktheater und Radiomontage, Filmmusik und Klangpoesie des 20. Jahrhunderts in Russland und Europa interessieren, herzlich eingeladen. Sprachen des Forums: Russisch, English, Deutsch. 

Im Rahmen des Forums sind Roundtables und Kleingruppendiskussionen geplant. Bei Interesse senden Sie bitte einen Abstract (500 Wörter über Ihr Thema und 100 Wörter Lebenslauf, inklusive Ausbildungsort und Fachrichtung) bis zum 27. September 2021 an die Adressen: soundofavantgarde2021@gmail.com und info@dvsm-verband.de. Falls Sie ein künstlerisches Projekt vorstellen wollen, schicken Sie uns hiervon eine Beschreibung. Der Abstract kann englischer, russischer oder deutscher Sprache verfasst werden und ist ggf. mit einer englischen Übersetzung einzureichen. 

Mehr Informationen unter: https://www.forschungsgruppe-musik-und-intermedialitaet.de/ oder http://iik.tsu.ru/ 

Organisationsinstituten: DVSM Forschungsgruppe „Musik und Intermedialität“, Nationale Staatliche Forschungsuniversität Tomsk, Institut für Kunst und Kultur, Fachgebiet Chorleitung und Gesang und Ausbildungszentrum Edison Denisov, Tomsk. 


Deutschlandjahr in Russland 2020/2021


Erstmals seit acht Jahren findet 2020/21 wieder ein Deutschlandjahr in Russland statt. Es soll gewinnbringende Impulse für die deutsch russischen Beziehungen in all ihren Facetten setzen. Im Laufe dieses Jahres werden zahlreiche Projekte und Veranstaltungen realisiert sowie neue Allianzen für künftige Kooperationen von deutschen und russischen Partnern aus Kultur, Bildung, Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft geknüpft. 


Die Projekte im Rahmen des Deutschlandjahres werden nicht nur von den drei Organisatoren – Deutsche Botschaft Moskau, Goethe Institut  und Deutsch Russische Auslandshandelskammer – entwickelt und umgesetzt, sondern von und mit zahlreichen Partnern aus Russland und Deutschland. Alle Projekte und Veranstaltungen haben das gemeinsame Ziel, die Vielfalt der deutsch-russischen Beziehungen erlebbar zu machen – in den Metropolen ebenso wie in den russischen Regionen. Ganz wesentlich sind dabei der Dialog und die Begegnung zwischen den Menschen, denn davon leben bilaterale Beziehungen. 

Musik(wissenschaft) in zeiten des klimawandels 

24. JUNI 2021



 Wie verändert sich Musikwissenschaft in Bezug auf den ökologischen Diskurs? 
Wie können wir als Musikwissenschaftler:innen einen Einfluss nehmen? 
Wie kann Musik nachhaltiger gestaltet werden? 

HERZLICHE EINLADUNG!
Veranstaltung findet via Zoom statt.
Anmeldung bis 23. Juni
musikundintermedialitaet@gmail.com

Unsere gäste

Prof. Dr. britta Sweeers

Britta Sweers ist seit 2009 Professorin für Kulturelle Anthropologie der Musik an der Universität Bern. Von 2015-2019 war sie zudem Direktorin des dortigen Centers for Global Studies. Seit 2015 ist sie Präsidentin des European Seminar in Ethnomusicology. Von 2001-2003 war sie Hochschulassistentin, von 2003-2009 Juniorprofessorin für Ethnomusikologie/ Systematische Musikwissenschaft an der Hochschule für Musik und Theater Rostock. Zentrale Forschungsthemen: Transformation traditioneller Musiken (angloamerikanische Regionen und Nordosteuropa), Musik und Politik, Soundscape, Ethnomusikologie und Gender, angewandte Ethnomusikologie 

Zentrale Publikationen: U.a. Electric Folk: The Changing Face of English Traditional Music
(2005), Polyphonie der Kulturen (CD/CD-ROM 2006/8), Grenzgänge – Gender, Ethnizität
und Klasse als Wissenskategorien in der Musikwissenschaft (hg. mit Cornelia Bartsch, 2016).
Das Themenfeld Musik und Klimawandel wurde u.a. in dem von ihr herausgegebenen Band
Climate Change, Music and the North (European Journal of Musicology 18/1 (2019) und in
dem Artikel „‘Trutz, Blanke Hans’ – Musical and Sound Recollections of North Sea Strom
Floods in Northern Germany“ (Ethnomusicology Ireland 6 (2020): 1–25) thematisiert.
 

Copyright Foto: Privat

Dr. wolf-georg zaddach

Wolf-Georg Zaddach (*1985) ist promovierter Musikwissenschaftler und Musiker und derzeit Post-Doc and der Leuphana Universität Lüneburg und der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar. Seine Forschungsinteressen bewegen sich allgemein in den Bereichen Jazz, populäre Musik und Musikwirtschaft. Die Themen des Klimawandels und der ökologischen Nachhaltigkeit interessieren ihn insbesondere in der Verbindung mit Artistic Research bzw. künstlerischer Forschung und einer kritischen Reflexion über Praktiken in der Musikwirtschaft und -kultur. 
Copyright Foto: Benta Brüning Berlin

MARIN RELJIĆ 


Marin Reljić ist Musikwissenschaftler, Film- und Medienwissenschaftler sowie Kunsthistoriker.  Er war Mitglied der ersten Kohorte des Graduiertenkollegs 2279 „Konfigurationen des Films“, innerhalb dessen er auch zu den Mitorganisatoren der Online-Konferenz „Histories of Tacit Cinematic Knowledge“ gehörte. Zudem war er Stipendiatsträger der „Gisela und Peter W. Schatt Stiftung“. Nebenbei arbeitet Reljić auch als Komponist und Filmemacher. 

In seinem post-doc Projekt (Arbeitstitel: “KI in ökopädagogischen Multimedia-Projekten als Ordnungsinstanz akustischer Evidenzmethoden“) möchte Reljić  aktuelle Strategien der Operationalisierung  von Klang  zwischen Wissenschaft und Ästhetik beleuchten. 
 

Copyright Foto: Privat

JULIA Mihály

Copyright Foto: Sebastian Linde 

 

Friederike Frenzel 

Friederike Frenzel ist Musiktherapeutin & (interkulturelle) Musikpädagogik. Sie lehrt als Lehrbeauftragte an verschiedenen Hochschulen im Rhein-Main-Gebiet und arbeitet selbstständig in verschiedenen Projekten rund um die Musik. Unter anderem initiierte sie 2019 den Choir for Future in Darmstadt, der es sich zur Aufgabe machte die musikbegeisterten Darmstädter*innen über einen Chor zum gemeinsamen Klimaschutz zu bewegen. Ansonsten ist Friederike Frenzel u.a. als Klimaschützerin auf kommunaler Ebene aktiv und gründete mit anderen Kulturbegeisterten den interkulturellen Kulturverein "Heimat durch Musik und Kunst e.V." Derzeit lebt sie als "Pionierin" im Schloss Blumenfeld im Rahmen des Projekts Summer of Pioneers in Tengen im Hegau. 
 

Copyright Foto: Privat


ARNE LORENZ

Arne Lorenz ist Aktivist und Programmkoordinator bei Fridays For Future. Er stieg 2019 mit der Planung des bundesweiten Sommerkongresses in Dortmund mit ca. 1500 Teilnehmer:innen ein. Danach wurde er in der Berliner Ortsgruppe aktiv und beteiligte sich an der Ausarbeitung von Strukturprozessen. Außerdem ist der Teil der Streikgestaltungs-AG und konzipierte das Programm für diverse Streiks. Nebenbei macht er selbst Musik und war schon an verschiedenen FFF-Songs beteiligt (Fight Every Crisis, Kein Grad weiter, Danni vs. Goliath). 

projekt "Klangkunst und intermedialität"

Die Idee des Projektes besteht darin, den Prozess der Komposition und die klangliche Aufnahme mit dem zeitgenössischen intermedialen Diskurs über die Sound-Kompositionen zu gestalten. Die Beteiligten des Projektes interessieren sich dabei einerseits für den ungewöhnlichen Prozess der Analyse der Komposition im Prozess der Gestaltung des Stückes, andererseits wollen die Beteiligten die Tätigkeit der Forschungsgruppe im praktischen Bereich der akustischen Komposition anwenden. 

Robert entwickelt eine klangliche Komposition, hierfür konzipiert er eine einfache elektronische Schaltung, in welcher durch auf einen Fotowiderstand einfallendes Licht an einem sog. Schmitt-Trigger in Klang umgewandelt wird. Das akustische Signal wird über (einen) sog. Resonanzlautsprecher ausgegeben, der/die dazu dienen Oberflächen in Schwingung zu versetzen. Dabei möchte er verschiedene Orte in Halle aufsuchen, um dort Klänge aufzunehmen.



Klangkünstler: Robert Blumenau (Halle)
Start der Projektes: August 2020
Ende des Projektes: Frühling 2021

Auf Instagram shaddowsofmine  kannst Du die Entwicklung des Projektes mitverfolgen
#intermedialitaet #KlangkunstProjekt

Im Herbst haben wir uns mit Robert getroffen, um unsere erste Session in Halle zu gestalten. Wenn Lockdown vorbeit ist, probieren wir es nochmal und berichten dann natürlich darüber ausführlich.